Montag, 29. August 2016

Flug, Lima, Schuhe

Und es geht los. Beim packen musste ich feststellen,  dass  meine Bundeswehrstiefel leider nicht mehr ganz in den Koffer passten. Kurz entschlossen zog ich sie an. Keine gute Idee.

In Düsseldorf  stellte ich fest, dass man für  den sky train noch ein Ticket benötigt. Kein Problem wenn ich nicht zuvor  schwarz mit dem Regio gefahren wäre.

Am Flughafen musste ich dann lange in der Schlange warten. Das gab mir zumindest zeit mit meiner Mutter zu telefonieren. Beim checkin gab es die nächsten unschöne Überraschung: mein Gepäck war nur bis Madrid eingesteckt.  Da Marco nicht das Problem hatte und ebenfalls mit Iberian geflogen ist, vermute ich der Bediener hat etwas falsch gemacht. Aber plötzlich schienen die 2,5 Stunden umsteigezeit knapp bemessen und alle Verzögerungen gefährlich. Vor allem da mich meine Mutter gerade gewarnt hatte, dass der Flughafen in Madrid sehr groß sein.
In der Sicherheitskontrolle wurde ich wegen der Stiefel nochmal herausgeholt und extra kontrolliert.

Der Flug war  angenehm. Dank meiner gerade frisch erweiterten Bibliothek im Tablet auch kurzweilig. Leider gab es keine Mahlzeit oder Getränk. Zumindest nicht ohne Zuzahlung.

Brutal weh taten mir zu den Zeitpunkt meine Füße. Meine Stiefel passten nicht mehr. Und vor mir lagen noch 16 Stunden Reise. Mir schwante böses für das wandern. Froh war ich nur über die frisch gekauften Blasenpflaster.

In Madrid kam ich pünktlich an. Das war auch gut so, der Flughafen ist riesig.  Zum Terminal U benötigte ich 23 Minuten Fahrt mit einer speziellen U-Bahn inklusive langem Laufen zum Terminal. Und wieder wurde ich wegen der Stiefel kontrolliert.
Beim laufen wieder eine Überraschung: die Stiefel gingen kaputt. Die hinteren Sohlen hatten sich gelöst. Vermutlich wurde durch etwas Schmutz das Plastik über die Jahre porös. Gut, dass ich die Dinger durch 4 Umzüge mitgeschleppt habe.

Am Terminal traf ich dann gleich Marko.  Der arme hatte sich eine Erkältung  eingefangen. Die anderen sahen wir noch nicht. Etwas hungrig wollte ich dann noch zu Burger King etwas essen gehen. Das war leider gerade zu wie mir einer der Angestellten gestickulierte. English sprechen zu können scheint am internationalen Airport von Madrid keine einstellungsvorraussetzung zu sein. Und die meisten Restaurants machen um 23 Uhr zu. In Spanien. Wenigstens der Starbucks hatte offen.
Kleiner Bonus: ich habe Arturo Vidal gesehen. Der wurde eifrig fotografiert, leider nicht von mir.

Der Flug nach Lima mit Lat war angenehm und wir konnten gut schlafen. Marco und ich hatten unsere Sitze nebeneinander. Ein Abendessen und ein Frühstück gab es auch. Um 5:45 Ortszeit kamen wir an nach etwa zwölf  Stunden Flugzeit.

Die Einreiseprozedur war etwas umständlich und wir mussten drei Zettel mit den gleichen Angaben Ausfüllen. Schließlich trafen wir auch unseren Führer Juan Carlos Garcia und den Rest der Truppe. Und es ging ins Hotel wo wir ein Frühstück bekamen und ich endlich (!) Meine Schuhe  wechseln konnte. Die Zimmer konnten wir noch nicht beziehen und auch nicht duschen.
Erster Reisepunkt war eine Führung durch Lima und ein Besuch der Katakomben. Hier stiegen wir in den Bus und wollten uns schnell ins Zentrum fahren lassen. Da es Sonntag früh war sollte das schnell gehen. Sollte. Gleichzeitig lief ein Marathon dessen Strecke unsere zweimal kreuzte. An beiden mussten wir lange auf eine Lücke in dem Zug von Rennern warten bis wir weiter kamen.  Keine sonderlich kluge streckenplanung.

Von der Tour ist leider nicht so viel hängen geblieben. In Erinnerung blieb noch der Hinweis, dass die erste Hälfte einer Straße fast nur Geschäfte für Damenschuhe hat und die zweite für Herrenschuhe. Papst Johannes Paul II  scheint noch populär zu sein. Die Katakomben waren interessant. Offenbar schmeißen die Leute gerne Geld in die offen sichtbaren Gräber. Ein Keller voller Leichen ist eine gute Investition in die Zukunft.  Fotos gab es nicht diese waren verboten. Der heutige Aufbau ist auch stark verändert worden. Offenbar wollte man in den 50ern unbedingt eine Touristenattraktion haben (oder "Museum") und hat die Skelette auseinander genommen und nach Knochenmark sortiert. Da beinhaltete einen Brunnen voll mit Schäden in dem auch Schädel in Aussparungen an der Wand gestellt wurden.

Danach ging es zu einem leckeren Buffet an die Küste. Zwischen Strand und Ufer gibt es hohe Klippen. Das  Viertel Mariflora ist sehr hübsch hergerichtet und man merkt, dass hier wohlhabende leben.

Zurück im Hotel konnte ich endlich duschen und die gewaltigen Blasen an meinen Fersen begutachten. Mit Marko und ein paar anderen (inklusive dem spanisch sprechenden Urs und dem Luxemburger) ging es dann nochmal an den Strand. Dort konnte ich meine Füße in den Pazifik stecken.
Auf dem Rückweg habe ich noch einen Hut gekauft. Zur Farma mussten wir nicht. Getränke wollten wir auch kaufen, aber das erwies sich als kompliziert. Nippes konnte man überall kaufen aber der nächste Supermarkt war weit weg. Nachdem wir ihn trotz Karte nicht finden den konnten erblickten wir noch einen kleinen Krämer. Nur wollte der keine Dollar. Also zurück ins Hotel, dort etwas gekauft und dann ins Bett.

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